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GlossarEnergieAktualisiert:

Redispatch

Eingriff der Übertragungsnetzbetreiber zur Stabilisierung des Stromnetzes durch Drosselung/Hochfahren von Kraftwerken.

Redispatch ist ein wesentlicher Eingriff der Übertragungsnetzbetreiber zur Stabilisierung des Stromnetzes, bei dem die Einspeisung von Kraftwerken gezielt gedrosselt oder hochgefahren wird, um regionale Netzengpässe zu vermeiden. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich insbesondere im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), vor allem in den Paragrafen 13 und 13a EnWG. Durch den fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien und den verzögerten Netzausbau hat die Bedeutung dieser Maßnahme in den letzten Jahren stark zugenommen. Im Jahr 2026 belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten für diese Netzeingriffe auf rund 3,5 Milliarden Euro, was eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt, die letztlich über die Netzentgelte auf die Endverbraucher umgelegt wird. Die Regelungen betreffen dabei nicht nur konventionelle Großkraftwerke, sondern zunehmend auch dezentrale Erzeugungsanlagen ab einer Leistung von 100 Kilowatt, die im Rahmen des sogenannten Redispatch 2.0 in den Prozess integriert sind. Dies stellt sicher, dass das Stromnetz auch bei starken Schwankungen der erneuerbaren Energien stabil bleibt.

In der Praxis bedeutet dies, dass Anlagenbetreiber auf Anweisung der Netzbetreiber ihre Stromproduktion anpassen müssen. Wenn beispielsweise im Norden Deutschlands viel Windstrom produziert wird, die Stromleitungen in den Süden jedoch ausgelastet sind, müssen Windkraftanlagen im Norden abgeregelt und stattdessen Reservekraftwerke im Süden hochgefahren werden. Für die entgangenen Einnahmen oder die zusätzlichen Brennstoffkosten erhalten die betroffenen Anlagenbetreiber eine finanzielle Entschädigung. Diese Kosten fließen in die Berechnung der Netzentgelte ein und wirken sich somit direkt auf die Stromrechnung jedes Haushalts und Unternehmens aus. Verbraucher spüren die Auswirkungen dieser Systemstabilisierung also unmittelbar bei den jährlichen Stromkosten. Wer seine genauen Energiekosten oder steuerlichen Absetzungen für das Homeoffice berechnen möchte, kann den Stromkosten-Rechner oder den Brutto-Netto-Rechner auf rechn24 nutzen, um die individuellen finanziellen Belastungen besser einzuschätzen. Die Transparenz dieser Kosten ist für viele Bürger ein wichtiges Anliegen geworden.

Mit Blick auf die nahe Zukunft sind weitere Anpassungen geplant. Ab Januar 2027 sollen die Schwellenwerte für die Teilnahme am Redispatch-Prozess weiter gesenkt werden, sodass auch kleinere Photovoltaikanlagen und Heimspeicher flexibel zur Netzstabilität beitragen können. Zudem wird eine stärkere Automatisierung und Digitalisierung der Abrufprozesse angestrebt, um die Reaktionszeiten zu verkürzen und die Effizienz der Maßnahmen zu steigern. Diese Entwicklungen sollen langfristig dazu beitragen, die Kosten für die Netzstabilisierung zu dämpfen und die Integration erneuerbarer Energien in das deutsche Stromnetz weiter zu optimieren. Bis dahin bleibt die gezielte Steuerung der Einspeisung ein unverzichtbares Instrument, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auf dem gewohnt hohen Niveau zu halten.

Praxis-Beispiel

Beispiel: Ein Betreiber eines Windparks in Schleswig-Holstein produziert an einem stürmischen Tag im November 2026 große Mengen Strom. Da die Übertragungsleitungen nach Bayern ausgelastet sind, ordnet der Netzbetreiber eine Drosselung der Anlage um 50 Megawattstunden an. Gleichzeitig wird ein Gaskraftwerk in Süddeutschland angewiesen, seine Produktion um genau diese 50 Megawattstunden zu erhöhen, um die lokale Nachfrage zu decken. Der Windparkbetreiber erhält für den nicht eingespeisten Strom eine Entschädigung von 4.500 Euro, basierend auf dem aktuellen Marktpreis. Das Gaskraftwerk bekommt seine zusätzlichen Brennstoffkosten erstattet. Die Gesamtkosten dieses Eingriffs von rund 9.000 Euro werden über die Netzentgelte auf alle Stromkunden verteilt.

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Häufige Fragen

Wer trägt die Kosten für den Redispatch im deutschen Stromnetz?+

Die Kosten für diese Eingriffe zur Netzstabilisierung werden von den Übertragungsnetzbetreibern erfasst und anschließend über die Netzentgelte auf alle Stromverbraucher umgelegt. Das bedeutet, dass private Haushalte sowie Unternehmen diese Ausgaben anteilig über ihre reguläre Stromrechnung bezahlen. Im Jahr 2026 machen diese Netzentgelte einen signifikanten Teil des gesamten Strompreises aus.

Ab welcher Anlagengröße müssen Betreiber am Redispatch teilnehmen?+

Seit der Einführung des sogenannten Redispatch 2.0 sind nicht mehr nur große konventionelle Kraftwerke betroffen. Auch Betreiber von erneuerbaren Energien-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ab einer installierten Leistung von 100 Kilowatt sind verpflichtet, an diesem Prozess teilzunehmen. Für das Jahr 2027 ist geplant, diese Grenze weiter abzusenken, um auch kleinere Anlagen einzubeziehen.

Verwandte Begriffe

Quelle: Bundesnetzagentur

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