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GlossarSozialleistungenAktualisiert:

Asylbewerberleistungen

Eigene Leistungssystematik nach AsylbLG für Asylsuchende; 2026 ca. 460 € Regelsatz für Erwachsene.

Asylbewerberleistungen sind staatliche Unterstützungszahlungen, die in Deutschland nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) an Asylsuchende, Geduldete und bestimmte andere Ausländer gewährt werden. Diese Leistungen dienen der Sicherstellung des physischen Existenzminimums und umfassen den notwendigen Bedarf an Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheitspflege sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des Haushalts. Zusätzlich wird ein sogenannter notwendiger persönlicher Bedarf zur Deckung persönlicher Bedürfnisse des täglichen Lebens gewährt. Im Jahr 2026 liegt der monatliche Regelsatz für alleinstehende Erwachsene in einer Aufnahmeeinrichtung bei etwa 460 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus dem Grundbedarf und dem Taschengeld zusammen. Die genaue Höhe wird jährlich angepasst und orientiert sich an der Entwicklung der Lebenshaltungskosten, bleibt jedoch systematisch unter dem Niveau der regulären Sozialhilfe oder des Bürgergeldes. Die rechtliche Grundlage findet sich primär in den Paragrafen 2 und 3 des AsylbLG, welche die Grundleistungen und die Leistungen in besonderen Fällen detailliert regeln.

Im praktischen Alltag betreffen die Asylbewerberleistungen Menschen, die sich im laufenden Asylverfahren befinden oder deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können. Die Auszahlung erfolgt in den ersten Monaten des Aufenthalts häufig in Form von Sachleistungen, insbesondere wenn die Betroffenen in Erstaufnahmeeinrichtungen leben. Erst nach einer bestimmten Aufenthaltsdauer oder bei Unterbringung in dezentralen Wohnungen wird vermehrt auf Geldleistungen umgestellt. Zudem gibt es das Instrument der Bezahlkarte, das in vielen Kommunen flächendeckend eingeführt wurde, um den Bargeldbedarf zu reduzieren und Überweisungen ins Ausland zu unterbinden. Wer die Leistungen bezieht, hat zudem Anspruch auf eine medizinische Grundversorgung, die jedoch bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen oft auf das absolut Notwendige beschränkt ist. Der Bürgergeld(Werbung, Affiliate-Link zu amazon.de – § 5a Abs. 4 UWG)-Rechner auf rechn24.de zeigt im Vergleich deutlich, dass die Leistungen nach dem AsylbLG spürbar geringer ausfallen als die reguläre Grundsicherung für Arbeitssuchende. Dies unterstreicht den temporären und nachrangigen Charakter dieser speziellen Sozialleistung.

Mit Blick auf das Jahr 2027 wird erwartet, dass die Diskussion um die vollständige flächendeckende Optimierung der Bezahlkarte sowie mögliche Anpassungen der Leistungshöhe weitergeführt wird. Geplant ab 2027 sind zudem stärkere Verknüpfungen der Leistungsgewährung mit der Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen sowie gemeinnütziger Arbeit. Werden solche Maßnahmen ohne triftigen Grund verweigert, können die Leistungen auf das absolute physische Existenzminimum gekürzt werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen bleiben somit dynamisch und erfordern von den zuständigen Ausländer- und Sozialbehörden eine ständige Anpassung der Verwaltungspraxis. Für die Betroffenen bedeutet dies oft eine hohe bürokratische Hürde und eine ständige Unsicherheit bezüglich ihrer finanziellen und aufenthaltsrechtlichen Situation in Deutschland.

Praxis-Beispiel

Beispiel: Ein alleinstehender Asylbewerber lebt im Jahr 2026 in einer staatlichen Erstaufnahmeeinrichtung, in der Unterkunft und Verpflegung vollständig als Sachleistungen gestellt werden. Sein monatlicher Anspruch auf den notwendigen persönlichen Bedarf, oft als Taschengeld bezeichnet, beläuft sich auf rund 150 Euro. Dieser Betrag wird ihm auf eine Bezahlkarte gebucht, mit der er in lokalen Supermärkten einkaufen kann. Eine Barauszahlung ist auf maximal 50 Euro im Monat begrenzt. Zieht er später in eine eigene Wohnung, erhöht sich sein Auszahlungsbetrag auf den vollen Regelsatz von etwa 460 Euro, abzüglich eventueller Sachleistungen für die Wohnungsausstattung.

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Häufige Fragen

Wie lange erhält man Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz?+

Die Leistungen nach dem AsylbLG werden grundsätzlich für die Dauer des Asylverfahrens gezahlt. Nach einer Aufenthaltsdauer von 36 Monaten können Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte Analogleistungen erhalten, die sich am höheren Niveau der regulären Sozialhilfe orientieren. Bei einer Anerkennung als Flüchtling wechseln sie in das System des Bürgergeldes.

Dürfen Asylbewerber neben dem Leistungsbezug arbeiten und Geld verdienen?+

Ja, nach Ablauf einer bestimmten Wartezeit und mit Zustimmung der Ausländerbehörde dürfen Asylbewerber arbeiten. Das erzielte Einkommen wird jedoch fast vollständig auf die Asylbewerberleistungen angerechnet. Es gibt lediglich einen kleinen Freibetrag für Erwerbstätige, der als Arbeitsanreiz dient. Wer eigenes Geld verdient, muss dieses vorrangig zur Deckung des eigenen Lebensunterhalts einsetzen.

Verwandte Begriffe

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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