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GlossarKrankenversicherungAktualisiert:

Selbstbehalt PKV

Auch bekannt als: Eigenanteil PKV

Frei wählbarer jährlicher Eigenanteil in der PKV; senkt den Beitrag um ca. 30–50 % der Ersparnis.

Selbstbehalt PKV ist der vertraglich vereinbarte Eigenanteil, den Versicherte in der privaten Krankenversicherung pro Kalenderjahr selbst tragen, bevor die Versicherung die Kosten für medizinische Behandlungen erstattet. Diese Regelung ist im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verankert und dient primär dazu, die monatlichen Versicherungsbeiträge zu senken. Im Jahr 2026 bieten die meisten privaten Krankenversicherer Tarife mit einem Selbstbehalt zwischen 300 Euro und 1.500 Euro an. Für Angestellte ist dabei wichtig zu beachten, dass der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung nur für den tatsächlichen Beitrag gezahlt wird, nicht jedoch für den gewählten Selbstbehalt. Der maximale Arbeitgeberzuschuss liegt 2026 bei 435,18 Euro monatlich, basierend auf der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze. Ein höherer Selbstbehalt führt somit zu einer direkten Ersparnis beim monatlichen Beitrag, wobei die Faustregel besagt, dass die Beitragsersparnis etwa 30 bis 50 Prozent des gewählten Selbstbehalts ausmachen sollte, damit sich das Modell wirtschaftlich lohnt. Wer gesund ist und selten zum Arzt geht, profitiert massiv von den niedrigeren laufenden Kosten.

Im praktischen Alltag betrifft der Selbstbehalt vor allem Selbstständige, Freiberufler und gut verdienende Angestellte, die ihre laufenden Fixkosten optimieren möchten. Wenn ein Versicherter beispielsweise einen Selbstbehalt von 600 Euro vereinbart hat, muss er Arztrechnungen und Medikamentenkosten bis zu diesem Betrag im laufenden Jahr aus eigener Tasche bezahlen. Erst wenn die eingereichten Rechnungen diesen Schwellenwert überschreiten, übernimmt die private Krankenversicherung(Werbung, Affiliate-Link zu amazon.de – § 5a Abs. 4 UWG) die weiteren Kosten zu den vereinbarten Tarifsätzen. Vorsorgeuntersuchungen und bestimmte Zahnreinigungen sind bei vielen modernen Tarifen von dieser Regelung ausgenommen, sodass diese Leistungen trotz nicht erreichtem Selbstbehalt erstattet werden. Dies fördert die Prävention und verhindert, dass Versicherte aus Kostengründen auf wichtige Vorsorgemaßnahmen verzichten. Wer seine individuelle Situation analysieren möchte, kann den PKV(Werbung, Affiliate-Link zu amazon.de – § 5a Abs. 4 UWG)-Rechner auf rechn24 nutzen, um die Auswirkungen verschiedener Selbstbehaltsstufen auf die monatliche Belastung zu simulieren. Dabei zeigt sich oft, dass ein moderater Eigenanteil die beste Balance zwischen Risiko und Ersparnis bietet.

Mit Blick auf die kommenden Jahre und geplante Anpassungen ab 2027 wird erwartet, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Beitragsstabilität in der privaten Krankenversicherung weiter verschärft werden. Ab 2027 könnten neue gesetzliche Regelungen in Kraft treten, die den maximal zulässigen Selbstbehalt für bestimmte Berufsgruppen deckeln, um das finanzielle Risiko im Krankheitsfall zu begrenzen. Zudem wird auf politischer Ebene diskutiert, ob der Arbeitgeberzuschuss künftig auch anteilig auf den Selbstbehalt angerechnet werden darf, was die Attraktivität von Tarifen mit hohem Eigenanteil für Angestellte deutlich erhöhen würde. Bis diese Änderungen rechtskräftig sind, bleibt die sorgfältige Abwägung zwischen Beitragsersparnis und finanziellem Risiko im Krankheitsfall die wichtigste Entscheidungsgrundlage für privat Versicherte. Es gilt stets, die eigenen gesundheitlichen Risiken realistisch einzuschätzen und die vertraglichen Details genau zu prüfen.

Praxis-Beispiel

Bei 1.200 € Selbstbehalt sinkt ein Beitrag von 700 € meist auf ~620 €/Monat – also 960 € Ersparnis pro Jahr. Wer gesund ist, profitiert; wer chronisch krank ist, eher nicht.

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Häufige Fragen

Gilt der Selbstbehalt in der PKV auch für Vorsorgeuntersuchungen?+

In den meisten modernen Tarifen der privaten Krankenversicherung fallen gesetzlich empfohlene Vorsorgeuntersuchungen nicht unter den Selbstbehalt. Das bedeutet, dass die Versicherung diese Kosten ab dem ersten Euro erstattet, ohne dass der Eigenanteil belastet wird. Es ist jedoch ratsam, die genauen Tarifbedingungen zu prüfen, da ältere Verträge hier abweichende Regelungen enthalten können.

Beteiligt sich der Arbeitgeber an den Kosten für den Selbstbehalt?+

Nein, der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung wird ausschließlich auf den monatlichen Versicherungsbeitrag gewährt. Der gewählte Selbstbehalt ist das private Risiko des Arbeitnehmers und muss vollständig aus eigenen Mitteln finanziert werden. Daher sollten Angestellte genau nachrechnen, ob sich ein hoher Selbstbehalt trotz des entgehenden Arbeitgeberzuschusses für sie finanziell lohnt.

Verwandte Begriffe

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

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