Mindestlohn 2026 ist die gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze, die Arbeitgeber in Deutschland ihren Beschäftigten pro geleisteter Arbeitsstunde mindestens zahlen müssen. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet das Mindestlohngesetz (MiLoG), welches sicherstellen soll, dass Arbeitnehmer eine angemessene Vergütung für ihre Leistung erhalten und vor Lohndumping geschützt werden. Im Jahr 2026 beträgt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 13,90 Euro brutto pro Stunde. Diese Anpassung basiert auf den Empfehlungen der unabhängigen Mindestlohnkommission, die regelmäßig die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Tariflöhne prüft und entsprechende Erhöhungen vorschlägt, um die Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern. Neben dem allgemeinen Mindestlohn existieren in einigen Branchen spezifische Branchenmindestlöhne, die über dem gesetzlichen Niveau liegen und durch allgemeinverbindliche Tarifverträge geregelt sind.
In der Praxis betrifft der Mindestlohn 2026 Millionen von Arbeitnehmern, insbesondere in Branchen mit traditionell niedrigerem Lohnniveau wie der Gastronomie, dem Einzelhandel, der Gebäudereinigung oder der Logistik. Er gilt grundsätzlich für alle volljährigen Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob sie in Vollzeit, Teilzeit oder als Minijobber beschäftigt sind. Auch Praktikanten haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf diese Lohnuntergrenze, sofern das Praktikum freiwillig ist, länger als drei Monate dauert und nicht als Pflichtpraktikum im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums absolviert wird. Ausgenommen vom gesetzlichen Mindestlohn sind hingegen Auszubildende, für die eine eigene Mindestausbildungsvergütung gilt, sowie Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung. Für Arbeitgeber bedeutet die Einhaltung des Mindestlohns eine strikte Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten. Sie müssen Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit genau erfassen, um bei Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls nachweisen zu können, dass die gesetzlichen Vorgaben lückenlos erfüllt werden. Verstöße gegen das Mindestlohngesetz können mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu einer halben Million Euro geahndet werden.
Wer genau wissen möchte, wie sich der Stundenlohn von 13,90 Euro am Ende des Monats auf dem Konto auswirkt, kann dies leicht berechnen. Der Brutto-Netto-Rechner zeigt detailliert, welche Abzüge für Steuern und Sozialabgaben anfallen und wie viel vom erarbeiteten Lohn tatsächlich zur freien Verfügung bleibt. Gerade für Minijobber ist die Erhöhung des Mindestlohns besonders relevant, da sich durch den höheren Stundenlohn die maximal erlaubte monatliche Arbeitszeit verringert, sofern die gesetzliche Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigungen nicht überschritten werden soll. Arbeitnehmer sollten daher ihre Arbeitsverträge und Stundenzettel genau prüfen.
Mit Blick auf die Zukunft wird bereits über weitere Anpassungen diskutiert. Geplant ab 2027 ist eine erneute Überprüfung der Lohnuntergrenze durch die Mindestlohnkommission, wobei Experten aufgrund der anhaltenden Inflation und der allgemeinen Lohnentwicklung mit einer weiteren Anhebung auf über 14,50 Euro pro Stunde rechnen. Die genaue Höhe wird jedoch erst nach Abschluss der Beratungen im Sommer 2026 verbindlich festgelegt und anschließend von der Bundesregierung per Verordnung in Kraft gesetzt. Bis dahin bleibt der aktuelle Satz von 13,90 Euro das maßgebliche Minimum für die Entlohnung in Deutschland.