Der größte Kritikpunkt an der privaten Krankenversicherung: Die Beiträge steigen im Alter stark an. Wie stark genau? Und was kann man dagegen tun? Wir erklären das System der Altersrückstellungen und geben konkrete Tipps.
Warum steigen PKV-Beiträge im Alter?
PKV-Beiträge basieren auf dem Risikoprinzip: Ältere Menschen werden häufiger krank und verursachen höhere Kosten. Ohne Gegenmaßnahmen würde das zu extremen Beitragssteigerungen im Alter führen. Deshalb gibt es das System der Altersrückstellungen.
Was sind Altersrückstellungen?
Jede PKV ist gesetzlich verpflichtet, einen Teil der Beiträge als Altersrückstellung anzulegen. Dieses Kapital wird verzinst und später verwendet, um die steigenden Kosten im Alter zu dämpfen. Seit 2000 fließen zusätzlich 10% des Beitrags in einen gesonderten Rückstellungstopf.
| Alter | Ø PKV-Beitrag | Ohne Rückstellungen | Ersparnis durch Rückstellungen |
|---|---|---|---|
| 30 Jahre | 260 € | 260 € | – |
| 45 Jahre | 420 € | 520 € | ~100 €/Monat |
| 60 Jahre | 620 € | 900 € | ~280 €/Monat |
| 70 Jahre | 750 € | 1.300 € | ~550 €/Monat |
| 80 Jahre | 850 € | 1.800 € | ~950 €/Monat |
* Richtwerte. Tatsächliche Beiträge variieren je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif.
5 Tipps für niedrige PKV-Beiträge im Alter
Je jünger Sie in die PKV eintreten, desto mehr Altersrückstellungen werden aufgebaut. Ein Eintritt mit 30 statt 40 kann im Alter hunderte Euro pro Monat sparen.
Ein höherer Selbstbehalt senkt den monatlichen Beitrag und damit auch die Basis für zukünftige Erhöhungen. Sinnvoll für gesunde Menschen.
Viele PKV-Tarife zahlen einen Teil des Jahresbeitrags zurück, wenn Sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Dieses Geld sollte für das Alter gespart werden.
Innerhalb der gleichen PKV können Sie in günstigere Tarife wechseln (§ 204 VVG), ohne neue Gesundheitsprüfung. Lassen Sie sich beraten.
Jede PKV muss einen Basistarif anbieten, der in Leistung und Beitrag dem GKV-Niveau entspricht. Das ist die letzte Absicherung, falls die Beiträge zu hoch werden.